Nicht von Nachteil, wenn man die Positionen auch mit dem passenden Personal besetzt. Bei den Lit-Frauen setzt man auf einen Mix aus Erfahrung und Verbundenheit: Die Rolle als Abteilungschef, die bei den Männern vom Lit-Vorsitzenden Niemann selbst ausgeübt wird, hat bei den Frauen seit ein paar Monaten bereits Andre Benecke inne. Für den Posten als Sportlicher Leiter, den Bert Fuchs bei den in Nordhemmern beheimateten Oberliga-Männern bekleidet, hat man eine erfahrene Trainerin gewonnen: Andrea Leiding hält künftig in Holzhausen die Fäden in der Hand. In gewohnter Rolle bleibt Andrea Meier tätig. Die gute Seele des Holzhauser Frauenhandballs kümmert sich als Spielwartin um organisatorische Dinge und ist als Betreuerin nah an der Mannschaft dran

Lit Leiding ist den Lit-Verantwortlichen ein prominenter Besetzungscoup gelungen. Lange war in der Szene über ein Engagement Leidings als Lit-Trainerin gemunkelt worden. Doch diesen Posten hat man mit dem Litauer Saulius Tonkunas besetzt. Aus dem Hut zog man Leiding nun in auch für sie neuer Rolle. Die Vita der 47-Jährigen ist ebenso lang wie beeindruckend, sie hat in allen wichtigen Frauenhandballklubs der Region Spuren hinterlassen: Zunächst Bundesliga mit Eintracht Minden und 2. Liga mit dem VTB Bückeburg. Bei Eintracht Oberlübbe, dem TSV Hahlen, in Bad Salzuflen und zuletzt beim HSV Minden-Nord war sie als Trainerin in Oberliga und 3. Liga aktiv. Sie feierte Titel und Aufstiege. „Wir haben mit Andrea eine profunde Kennerin des Handballs in OWL gewinnen können“, sagt Niemann. Doch auch das gehört zu ihrem Weg: Leiding musste ihre letzten Klubs vorzeitig verlassen. Nach der Trennung vom HSV hatte sie eine eineinhalbjährige Pause eingelegt. Nun ist sie zurück.

„Wir haben uns qualitativ verbessert und das Niveau angehoben“, sagt Benecke über den neuen und ausschließlich mit erfahrenen Spielerinnen verstärkten Kader. Mit dem Abstiegskampf will man in der Verbandsliga nichts mehr zu tun haben, nicht erneut in Not geraten. Benecke und Leiding formulieren ihre näheren Vorstellungen: Trainingsprozesse steuern und abstimmen, Abläufe und Umfeld professionalisieren, zusätzlich spezielle Trainingseinheiten anbieten, Beachhandball einbinden, leistungsorientierten Spielerinnen eine Perspektive bieten.

Über allem steht der große Plan: Niemann wünscht sich, „den Frauenhandball langfristig aufzuwerten.“ Es soll aufwärts gehen. Wohin? „Die Oberliga muss das erste Ziel sein“, gibt Benecke vor. „Das Ziel ist nach oben offen“, sagt Leiding in einem Nebensatz. Die unausgesprochene Perspektive 3. Liga liegt ebenso wie großer Ehrgeiz greifbar in der Luft. Man hat sich rund um Holzhausen und Nordhemmern etwas vorgenommen. Die Germanen blasen zum Angriff. Der Weg ist weit. Den ersten Schritt hat man gemacht.

Andrea Leiding ist wie Saulius Tonkunas, der nach einem Jahr als Coach des Frauen-Verbandsligisten TuS Lahde/Quetzen nun beim Klassenpartner Lit einsteigt, völlig neu im Klub. Alle anderen neuen Kräfte besitzen bereits Bindungen zur Spielgemeinschaft und ihren Stammvereinen.

Andre Benecke war als Spieler nicht nur bei seinem Heimatklub TSV Hahlen und GWD Minden sondern auch etliche Jahre für den VfB Holzhausen am Ball, dort hat der 51-jährige Stemmeraner übergangsweise auch eine knappe Saison als Interimscoach die Oberliga-Frauen trainiert.

Etliche lose Fäden fügen sich im neuen Team zusammen. Die vier neuen Spielerinnen Alena Knicker (von HSV Minden-Nord), Mona Kruse (vom TuS Nettelstedt), Madeleine Benecke und Vanessa Fischer (beide vom TSV Hahlen) haben eine sportliche Vergangenheit bei den Lit-Vereinen. Zudem finden in Madeleine und Andre Benecke Vater und Tochter zusammen – wie es übrigens auch bei Lit-Chef Christian Niemann und seiner Tochter, der Torhüterin Florence, der Fall ist.

Auch diese Puzzleteile werden wieder zusammengelegt: Bis auf Kruse haben drei der Zugänge bereits unter Leiding trainiert. Knicker und Benecke wie auch Niemann beim HSV, die noch an einem Achillessehnenriss laborierende Torhüterin Fischer in Hahlen. Das tun sie derzeit erneut: Leiding leitet die erste Vorbereitungsphase, weil sich Coach Tonkunas wegen Schulterproblemen in einer Rehabilitations-Einrichtung befindet.

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